GEREIST

Mal in den Schwarzwald?

Oktober 15, 2017 | 0

Josephine

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Wie schön ist Deutschland!? – Vielleicht hat mich die Bundestagswahl dieses Jahr dazu veranlasst, mich etwas mehr mit unserem eigenen Land zu beschäftigen. Vielleicht waren es aber auch einfach nur die nervenaufreibenden Wochen, die meine Vorfreude auf die Reise in den Schwarzwald anheizten. Auf jeden Fall konnte ich es kaum erwarten, am Morgen nach unserem tollen Influencer Marketing Workshop in den Flieger zu steigen und nach Basel zu kommen.

 

Aussicht im Schwarzwald

 

Staufen im Breisgau

Hallo, ich bin in Baden-Würtemberg! Von Basel aus ging es für uns nämlich in den südlichen Schwarzwald, genauer gesagt nach Staufen im Breisgau. Hier war ich noch nie, dabei hat Staufen doch so viel zu bieten. Zum einen kommt hier der historische Faust her, zum anderen ist hier das Café Decker. Meiner Generation vielleicht nicht unbedingt ein Begriff, meinen Omas jedoch mehr als das. Quasi der Place to be, wenn es um köstliche Törtchen (sogar vegan) und sündhaft leckere Pralinchen geht. Wenn dann noch der Senior Chef mit seinem weißen Kittel um die Ecke kommt, weiß man, hier im Café Decker ist die Welt noch in Ordnung. Meine Empfehlung: Die Schmandtorte mit Birne. Ein köstliches Schwergewicht, welches noch seines Gleichen sucht.

 

Gut gestärkt ging es weiter durch die Innenstadt von Staufen. Historische Häuschen soweit das Auge reicht und alle farblich so harmonisch. Das kommt nicht von ungefähr, wie ich erfahre. Alle Häuser wurden vor einigen Jahren saniert, die Farben des Putzes sind in einer kleinen Palette festgehalten und dürfen variiert werden. Was hier besonders auffällt, die Stadt ist nicht, wie andere Kleinstädte, total verweist, sondern ganz im Gegenteil, voll von Menschen und hübschen Geschäften. Und noch etwas fällt auf: Die Häuser tragen symbolische Pflaster und es sind überall deutliche Risse im Mauerwerk zu erkennen. Aber warum? Auf Nachfrage erfahre ich, dass sich die Innenstadt durch eine Art Gipseffekt in den letzten Jahren um bis zu 70cm erhoben hat. Da dies aber nicht gleichmäßig geschieht, kommt es zu unschönen und teils für die Häuser gefährlichen Rissen. Ich hoffe sehr, dass die Stadt keinen allzu großen Schaden nimmt. Es wäre sehr schade darum.

 

Farblich abgestimmte Häuser

 

Das historische Landgasthaus zur Linde

Im Dreiländereck, genau zwischen Straßburg, Basel und Freiburg, da wo der Schwarzwald am schönsten ist, liegt das idyllische Münstertal. Als ich aus dem Auto steige, weht mir ein würzig kühler Wind entgegen und bildet einen herrlichen Kontrast zum herbstlichen Sonnenschein. Genauso habe ich es mir vorgestellt. Voll von Kitsch, Kuhglocken und in die Balkone geschnitzten Herzen, finde ich das Landgasthaus vor. Von der herzlichen Wirtin im Dirndl begrüßt, nehmen wir einen Aperitif auf der kleinen Terrasse am Fluss und lassen uns etwas über die fast 400 Jahre alte Geschichte des kleinen Gasthauses erzählen. Auf dem Weg in mein Zimmer knarren die Dielen, eine Kuckucksuhr sagt, wie spät es ist und ich denke mir einfach nur: Wow, was für eine Welt – was für eine schöne Welt. So ganz anders. Hier steht irgendwie die Zeit still. Mein Handyempfang hat eh versagt und ob es nun 2017 oder auch ein ganz anderes Jahr ist, scheint hier nicht primär eine Rolle zu spielen. Der perfekte Ort, um zu entschleunigen, dem Flussplätschern zu lauschen oder einfach gute Gespräche zu führen.

 

Aber keine Angst, auch wenn das Hotel von historischen Dingen nur so wimmelt, nicht alles ist veraltet. Die liebe Annik (mitvergnügen), die mit mir gemeinsam unterwegs war, wurde beim Forellendinner genauso mit veganen Dingen verwöhnt wie wir.

 

Landgasthof im Schwarzwald

 

Hotel im Schwarzwald mit Bett und UhrDer Schwarzwald und das Belchen

Ich muss sagen, zunächst war ich etwas verwundet. Das Belchen hört sich für mich eher an, wie ein kleiner Hügel und nicht wie die vierthöchste Erhebung des Schwarzwalds. Naja, ich wurde eines Besseren belehrt, als wir mit der Seilbahn in schwindelerregende Höhen transportiert worden. Nicht so doll wackeln, dachte ich die ganze Zeit, als unser Naturführer Herr Eckerle fröhlich seine Geschichten erzählte. Oben angekommen wurden wir mit einem traumhaften Blick belohnt, der bis Frankreich reichte. Auf unserer Tour um den Gipfel erfuhren wir wirklich interessante Dinge, sahen Fliegenpilze und tranken einen selbst gebrauten Magenbitter. Wie herrlich, ich kam mir durchgehend vor, wie in der ARD Kulisse zu einem richtig guten Heimatfilm. Für viele mag das vielleicht langweilig oder abwertend klingen, für mich war das etwas ganz Besonderes, von dem ich gar nicht wusste, wie sehr es mir die letzten Jahre gefehlt hatte.

 

So dankbar für die Möglichkeit, hier zu sein, dachte ich mir, dass es wirklich schade ist, wie oft man eigentlich ins Ausland reist. Hat man doch so eine atemberaubende Natur und auch eine andere Kultur direkt vor der Nase.

 

Schöne Aussicht vom Berg

 

Das Kloster St. Trudpert

Von meinem Balkon aus hatte ich direkten Blick in das lang gezogene Münstertal und auf das atemberaubende Kloster St. Trudpert. Wer mich kennt, weiß, dass ich keinen Ort auf der Welt besuchen kann, ohne mir dort die religiösen Stätten, am liebsten die Klöster und Kirchen, anzusehen. Als ich erfuhr, dass am Sonntag (Wahlsonntag) Klosterfest sein würde, war ich so freudig, denn wann hat man schon mal die Möglichkeit, sich frei in einem Kloster bewegen und die Schwestern kennenlernen zu können. Ehrfürchtig betraten wir am Sonntag die wunderschön restaurierte Kirche, wanderten durch den eigenen Klostergarten und schnupperten den Duft von indischem Essen. Hier in St. Trudpert wird nämlich der Altersdurchschnitt durch die indischen Nonnen deutlich verjüngt.

 

Das Kloster im Schwarzwald

 

Es gäbe noch so viel mehr über meinen Trip in den Schwarzwald zu erzählen, aber ich kann Euch nur wirklich wirklich empfehlen, Euch selbst ein Bild davon zu machen. Egal, ob der Käse vom Glocknerhof, das Weingut Heinemann oder das gute, regionale Essen – einfach alles ist herrlich! Herrlich kitschig.

 

Fine auf der Bank

 

Falls Ihr Fragen habt oder die Kontakte möchtet, hinterlasst mir gerne einen Kommentar.

 

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