GEREIST

Mal nach Norderney?

Oktober 19, 2018 | 3

Josephine

Wie schön ist Deutschland?! Ich habe mir vorgenommen Euch einmal im Jahr meine liebsten Reiseziele in Deutschland vorzustellen und so kommt es, dass Ihr hier gerade einen Beitrag über die von mir bisher verkannte Insel Norderney findet.


Inselloft Hotel auf Norderney

Norderney – wo liegt das eigentlich?

Es liegt schon ein Jahr zurück, dass ich ein traumhaftes Wochenende im Schwarzwald verbracht habe und es wurde mal wieder Zeit, einen kleinen Kurzurlaub in deutschen Gefilden zu machen. Nach Bergen war mir dieses Mal nicht zumute. Viel eher wollte ich mir richtig den Wind um die Nase wehen lassen und die Kraft der Natur spüren.

Als ich mein Reiseziel Norderney festlegte, muss ich zu meiner Schande gestehen, war mir überhaupt nicht klar, wo genau Norderney zu finden ist. Hätte mich jemand gefragt, hätte ich es zwischen Sylt und Fehmarn verortet. Hups! Nun gut, Google Maps hat mich eines Besseren belehrt und ich entschied mich dazu, gleich für fünf Tage zu bleiben und nicht nur das ursprünglich geplante Wochenende. Dafür war die Strecke doch etwas weit.

Aber Glück gehabt! Ein Wochenende wäre auch viel zu kurz gewesen, um all die schönen Ecken fernab vom Standard-Touriprogramm zu entdecken.

So und für alle, die es bisher auch nicht wussten, hier liegt das hübsche Inselchen. Kurz vor den Niederlanden.

 

 

Fine auf Norderney am Strand

Norderney – wo wohnt man da gut?

Ich habe mich für eine Fahrt nach Norderney mit dem Zug und der Fähre entschieden. Schon als ich das Boot bestieg, war mir klar: hier oben weht ein anderes Lüftchen. Und das im wahrsten Sinne! Die angekündigten und spätsommerlichen 25 Grad fühlten sich doch eher wie 15 an und ich bereute leicht das Glas Vino am Vorabend. Doch trotz des Geschaukels war es ja genau das, was ich wollte: ein richtig doller Wind, der den Alltag wegpustet.

 

Inselloft Hotel am Abend

 

Meine Nächte habe ich im Inselloft verbracht. Einem Konzepthotel mit einem sehr guten Standard. Drei oder vier aneinandergereihte Kaufmannshäuser sind über eine Terrasse miteinander verbunden und geben über die Dünen einen wundervollen Blick auf die stürmische See frei. Helles Holz und der typisch skandinavische Stil sorgen instant für Wohlfühlatmosphäre. Die offene und herzliche Art, wie das Hotel funktioniert, stehen dem in Nichts nach. Es gibt keine wirkliche Rezeption, sondern eher einen großen Holztisch, an dem alle Mitarbeiter sitzen und einen direkt in Empfang nehmen. Ein großes Wohnzimmer mit Kamin, Büchern und einer kostenlosen Getränkeauswahl lädt zum Verweilen ein. Selbst, wenn man sich hier alleine für ein paar Tage auf die Insel zurückziehen möchte, findet man dort spielend Anschluss oder kann einfach nur die warme Tasse Tee genießen.

 

Hotelzimmer Inselloft Norderney

 

Im Esszimmer und der hauseigenen Bäckerei wird man rund um die Uhr mit Köstlichkeiten aller Art verwöhnt. Und das meine ich wirklich so. Ich gehe sehr häufig hier in Hamburg und anderswo essen. Immer gut, aber nur sehr selten so, dass ich denke: Wow, so könnte ich es nicht selbst kochen. Doch genau dieses Gefühl hatte man bei jedem Bissen, der von Felix Wessler und seinem Team zubereitet wurde.

Norderney – was macht man auf der Insel?

Da ich wusste, dass ich am Wochenende zusammen mit der Agentur Schneiderei eher die Klassiker der Insel Norderney sehen würde, habe ich meinen privaten Urlaub dazu genutzt, die Insel selbst etwas zu erkunden.

Als Erstes stand der obligatorische Nachmittag im Strandkorb an. Natürlich! Und natürlich hat es keine fünf Minuten gedauert, bis ich einfach eingeschlafen bin und direkt im Entspannungsmodus war. Am nächsten Tag machten wir eine Fahrradtour. Da es sehr stürmisch war, wurde uns empfohlen, ein E-Bike zu nehmen. Ein E-Bike? Auf keinen Fall dachte ich, doch nachdem ich schon erschöpft davon war, gegen den Wind 700 m bis zum Fahrradverleih zu laufen, war es keine Frage mehr, welche Art von Rad ich nehmen würde. Und ich muss gestehen, es macht so viel Spaß und hat nichts mit einem Rentner-Bike zu tun. Wie cool war es, an den lahmen Enten auf ihren normalen Bikes vorbei zu ziehen und nicht bei jedem kleinen Hügel direkt aus der Puste zu kommen. Man muss dazu sagen, es herrschte Windstärke 6!

Da mein großes To-do ja Entspannung für die Insel war, habe ich auch das Badehaus besucht. Zugegebenermaßen schon eher ein Hotspot für Rentner und Familien (die haben aber abgetrennte Bereiche voneinander), wer also etwas mehr Einsamkeit sucht sollte sich, so wie ich, eines der wunderbaren Treatments gönnen. Klar, dass ich mich ganz inseltypisch für eine Schlickpackung auf dem Schwebebett entschieden habe. Zunächst tatsächlich etwas befremdlich, sich von oben bis unten mit Schlick einreiben zu lassen, aber wirklich total entspannend und wärmend nach einem Strandspaziergang.

Norderney – das perfekte Touristenprogramm

Das Wochenende habe ich dann zusammen mit ein paar Redakteuren, Anna von der Agentur Schneiderei und Jens Brune, dessen Familie seit vier Generationen auf der Insel als Hoteliers aktiv ist, verbracht. Wir haben in der legendären Milchbar Milchreis gegessen, haben uns die impressionistische Kunstsammlung von Poppe Folkert angesehen, haben eine Stadtführung gemacht, waren im Conversationshaus, haben die Sternwarte besucht, die historische Marienhöhe und das Sternemenü im Seehsteg genossen. Was mir jedoch am besten gefallen hat, war die Wattwanderung. Zwar habe ich mich bei den kühlen Temperaturen nicht getraut, barfuß zu gehen, aber dafür todesmutig einem Wattwurm in die Augen geblickt und so einige Wattgewächse probiert.

 

 

Wattwanderung auf Norderney mit Hund

 

Wenn mich nun jemand fragen würde, was ich auf der Insel nicht so mag, würde ich sagen, es ist die Innenstadt. Denn die gibt, mal abgesehen von einigen Highlights wie das Badehaus, dem Kino im Theater (unbedingt besuchen) und dem Conversationshaus ein falsches Bild der Insel. Viel lieber sollte man sich eine Radtour zum Leuchtturm vornehmen und die Einsamkeit bei einem Spaziergang hinter den Dünen suchen.

Ausblick von der Terrasse auf Norderney

 

Übrigens gehören der Hoteliersfamilie Brune nicht nur das Inselloft mit Bäckerei, Designshop, Spa und Esszimmer, sondern auch das Hotel Seesteg und Haus am Meer sowie die Milchbar und die Marienhöhe. Ich finde es faszinierend, mit welchem Feingefühl sie alle Hotels auf ihre eigene Art und für ihre eigene Zielgruppe betreiben. Jedes individuell geführt und eingerichtet, wird dem Gast sofort ein Gefühl von zu Hause und nicht von Massenabfertigung vermittelt. Ich würde mir wünschen, dass dies auch noch mehr vom restlichen Teil der Insel adaptiert wird, denn Norderney hat so viel zu bieten!

 

 

Milchbar auf Norderney

 

Die Dünen auf Norderney

5 Dinge, die man auf Norderney tun sollte

 

♡ Sonnenuntergang in der Milchbar genießen.

 

♡ Zur Teestunde in die Marienhöhe.

 

♡ Zum Leuchtturm mit dem E-Bike fahren.

 

♡ Das historische Kino besuchen.

 

♡ Barfuß durchs Wattenmeer.

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Kommentare (3)
  • Esther Höhn - 26. Oktober 2018

    Noch ein NNey-Must: Die Weisse Düne und die Meierei

  • Seebär - 24. Oktober 2018

    Vor allem eine wunderbare WERBUNG für die Familie Brune…

  • Isabella - 20. Oktober 2018

    Eine ganz zauberhaft geschriebe Liebeserklärung an Norderney