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Nachhaltigkeit bei Heimtextilien

Oktober 10, 2022 | 0

Josephine

Thema Nachhaltigkeit in der Heimtextilbranche: Was für den einen schon selbstverständlich ist, muss bei dem anderen noch umgedacht werden. Ein Label, das von Anfang an so gestartet hat, ist textilwerk. Wir haben im Interview nachgefragt, wie das funktioniert.

Nachhaltige Heimtextilien

Die naturals Kollektion von textilwerk

Das Thema Nachhaltigkeit ist auch bei Heimtextilien angekommen und immer mehr Labels fangen an, umzudenken. Ein Label, dass das von Anfang an getan hat, ist textilwerk, weshalb ich heute ein kleines Interview mit Sina, Head of Online Marketing bei textilwerk geführt habe. Wir sprechen über faire Fertigung entlang der Wertschöpfungskette und über die aktuelle Entwicklung der Branche.

naturals Kollektion von Textilwerk

Nachhaltigkeit bei Heimtextilien wird immer wichtiger

Interview mit Sina von textilwerk

Was ist textilwerk?

textilwerk ist eine der größten Plattformen für on-demand produzierte Wohntextilien in Europa. Bei uns findet man von Kissen, über Tischwäsche bis hin zu Bettwäsche alles, was man sich an Wohntextilien vorstellen kann – und das mit mittlerweile über 8.000 Designs aus unserer großen Künstler:innen-Community!

 

Unikate statt Massenware: Wie funktioniert das on demand Konzept?

Im Grunde ist es ganz simpel: Bei uns wird jedes Produkt erst nach Bestelleingang bedruckt, genäht und zu unseren Kund:innen geschickt. Wir möchten mit textilwerk in der Textilbranche etwas verändern. Wir wollen weg von einer Massenproduktion hin zu einer flexiblen on-demand Produktion, die nur das produziert, was auch wirklich benötigt wird – und das funktioniert wirklich gut. Das Konzept haben wir zusammen mit unserem tollen Produktionspartner, einem Familienbetrieb in Polen auf die Beine gestellt. Wir arbeiten sehr eng zusammen, verbessern uns stetig in unseren Produktionsschritten und werden so immer besser und auch schneller – denn natürlich möchten die Kund:innen ihr Produkt in einer angemessen Zeit erhalten – auch, wenn es extra für sie hergestellt wird.

Sina Büscher von Textilwerk

Sina von textilwerk betreut das Thema Marketing

Was sind die Schwierigkeiten bei so einer nachhaltigen Produktion?

Das schwierigste an unserer on-demand Produktion sind sicherlich die Lieferzeiten. Gerade in Peak-Zeiten wie der Weihnachtssaison ist es eine schwer, diese kurz zu halten. Dadurch, dass wir wirklich bisher kein einziges Produkt auf Lager haben, produzieren wir auch in Zeiten mit einem sehr hohen Bestellaufkommen nur on-demand und da ist es nicht immer einfach alle Produkte so schnell wie möglich auszuliefern.

Auch die aktuelle Lage bei den Rohstoffen und das Identifizieren von passenden Lieferant:innen ist nicht gerade einfach – vor allem, wenn wir sicherstellen wollen, dass diese auch unsere Werte teilen. Unser Ziel für die Zukunft ist es, all unsere Schritte in der Produktion transparent zu machen, sodass wir genau wissen, wo alle Bestandteile der Produkte ihren Ursprung haben. Das wird zwar eine riesige Herausforderung, aber der möchten wir uns auf jeden Fall stellen.

Schlafzimmertextilien von textilwerk

Gerade im Schlafzimmer sind hochwertige Textilien wichtig

Wie findet ihr eure Designer:innen? Nach welchen Kriterien werden sie ausgewählt?

Um Künstler:in bei textilwerk zu werden, bewerben sich die Künstler:innen entweder selbst bei uns oder wir melden uns ganz gezielt bei ihnen, das ist ganz unterschiedlich. Wir schauen uns dann die Portfolios der einzelnen Künstler:innen an und überlegen inwiefern wir gut zusammenpassen. Dann erarbeiten wir gemeinsam, welche Designs gut in unser Sortiment passen und welche gemeinsamen Kollektionen wir uns gut vorstellen könnten. Oftmals entstehen dabei direkt Ideen zur Entwicklung von neuen Kollektionen, die entweder saisonal gerade gut passen oder bestimmte Trends oder Stile widerspiegeln. Diese enge Zusammenarbeit und unsere flexible Produktion sorgen dafür, dass wir ständig neue Inspiration liefern können. Das macht uns genau so viel Spaß wie unseren Kund:innen.

Tischwäsche naturals von textilwerk auf langem Tisch

Wer sich jetzt mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzt, kann wirklich etwas bewirken

In einer idealen Welt: Welche Aspekte der Nachhaltigkeit schafft ihr in den nächsten 3 Jahren umzusetzen?

Das große Ziel ist wie oben schon erwähnt die Transparenz der Lieferkette. Wenn wir diese haben und jeder einzelne Schritt, jede einzelne Stoffrolle, jeder Zentimeter Garn, jede Kissenfüllung und jeder Reißverschluss in ihrer Herkunft und Herstellungsweise nachvollziehbar sind, dann haben wir schon sehr viel erreicht. Wichtig ist es, dafür ein Bewusstsein zu schaffen und diesen transparenten Weg dann auch sehr konsequent zu gehen.

 

Wie beurteilt ihr momentan die allgemeine Entwicklung der Möbel Branche im Bereich Nachhaltigkeit?

Wir glauben, dass hier noch einiges geht. Zwar achten immer mehr Firmen – vor allem auch kleinere, junge Labels – darauf, aber da kann und muss sicher noch mehr passieren, damit wir zusammen eine nachhaltigere Möbel- und Interieur Branche schaffen. Die gesamte Branche muss einen Weg finden, nicht nur Worthülsen zu liefern, sondern tatsächlich sehr viel wertschätzender als bisher mit den verfügbaren Rohstoffen umzugehen. So etwas wie unsere On-Demand-Produktion kann da ein erster Schritt in die richtige Richtung sein.

Spannende Nachhaltigkeits-Konzepte, die euch gerade aufgefallen sind/euch beeindrucken?

Wir sehen immer mehr Unternehmen, die versuchen ihre Produktion auf einem geschlossenen Produktionskreislauf aufzubauen. Das finden wir auch total spannend und arbeiten bereits daran, in Zukunft auch so viel wie möglich zu recyceln. Außerdem lässt sich die Lebensdauer eines Produkts verlängern, indem man clevere Second Hand Optionen anbietet. Auch das sehen wir immer häufiger und haben bereits Ideen, wie wir das in unser Konzept einbringen können.

Beim Thema Nachhaltigkeit geht es ja darum, gegebenen Ressourcen zu nutzen, ohne einen Schaden im Ökosystem entstehen zu lassen und genau nur so viel zu verwenden, wie auch von selbst nachkommen kann. Gut gedacht, aber ist das auch wirklich so umsetzbar? Sicherlich nicht in allen Bereichen, aber Labels wie Textilwerk, die versuchen dem nahezukommen, sollten von uns supportet werden.



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