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Der Traum vom eigenen Café

Juni 18, 2016 | 0

Josephine

Kaffee ist längst nicht mehr nur ein Energie bringendes Lieblingsgetränk, sondern wird in den vergangenen Jahren immer mehr zur Lebenskultur. Kein Wunder also, dass Cafés verschiedenster Stilrichtungen aus allen Ecken sprießen und zu mehr als nur der schnellen Tasse einladen.

Die Slow-Bewegung ist die Reaktion unserer Gesellschaft auf den immer hektischer werdenden Alltag. „Einmal den Coffee to Go und den Bagel auf die Hand, bitte!“ Nein Stopp! Wir wollen verweilen, genießen, anhalten und Quality Time haben. Was liegt also näher, als nicht immer alles im Vorbeigehen zu konsumieren, sondern bewusst und aktiv. Und genau deshalb sind die Cafés in den kleinen Stadtteilen, um die Ecke oder auch mitten auf dem Kiez zu unserem Mekka geworden. Hier können wir uns etwas gönnen: einen Augenblick des Durchatmens, ein köstliches Stück Kuchen oder einen heißen Kaffee mit locker geschlagenem Milchschaum.

 

Buchcover von Sugar Girls mit Blumen dekoriert

 

Sugar Girls – Der Traum vom eigenen Café

Der Traum vom eigenen Café ist für 20 Frauen Wirklichkeit geworden. Früher waren sie Beamtin, Lehrerin oder Stewardess, doch der Traum vom eigenen Café schlummerte schon immer in ihnen. Sie wollten etwas Eigenes haben. Entweder aus ihrer Leidenschaft fürs Dekorieren, weil sie so wahnsinnig gern backen oder einfach nur, um gut gelaunte Menschen um sich herum zu haben und täglich kreativ sein zu dürfen. Doch die Idee und der Schritt zur Umsetzung sind oft ein langer Weg. Es müssen Räumlichkeiten gefunden werden, vielleicht ein Partner, der mit anpackt und auch die finanziellen Mittel sollten zur Verfügung stehen. Und erst wenn das alles bereitsteht, ist ein Ende der Ausreden, warum es nicht klappen sollte, in Sicht. In dem Buch „Sugar Girls“ erzählen Frauen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich ihre Geschichten. Denn keine von ihnen ist ausgebildete Café-Besitzerin. Und jede hatte ihren ganz eigenen Traum und ein eigenes Konzept.

 

Blättern durch das Buch

 

So gründete beispielsweise die gelernte Augenoptikerin Sandra Götting mit ihrem Mann, einem Tischler, die roestbar in Münster. Auf die Idee kamen sie, weil ein Bekannter, der mit Rohkaffee handelte, sie zu einer Verkostung einlud. Der Kaffee schmeckte so köstlich nach Nuss, Schokolade und Karamell, dass sie beschlossen, selbst Kaffeeröster zu werden. So etwas gab es zu dieser Zeit in Münster noch nicht. Auch deshalb stellten sie ein paar Tische und Stühle mit in die Rösterei, damit die Kunden gleich vor Ort den Kaffee kosten konnten. Mittlerweile betreibt das Paar in Münster vier erfolgreiche Röstbars mit insgesamt 65 Mitarbeitern. Das matte Dunkelblau an den Wänden und der Theke oder die eigens vom Tischler angefertigten Lampen, die ein bisschen an eine Kunstinstallation erinnern, prägen den Stil des Cafés.

Die 36-jährige Regisseurin Carola Bühn hat eine wahre Bühne für Bücherwürmer gegründet. In Ihrem Café LIVRES finden sich unzählige Bücher, originale Cocktailsessel aus den 50-er Jahren und eine große Prise französischer Charme. Nachdem sie Musik auf Lehramt, Anglistik und Germanistik studierte, als Regieassistentin, Theaterpädagogin und Projektleiterin arbeitete, beschloss sie ein eigenes Café zu eröffnen. Schon immer hatte sie parallel in der Gastronomie gearbeitet, um sich neben der Kunst etwas Bodenständigem zu widmen. In ihrem Café hat sie nun alles vereint. Die tolle Einrichtung entsteht durch alte Sessel, die sie selbst neu bezogen hat, viele moderne Elemente und Schmuckstücke, wie dem alten Kronleuchter, den sie von einem Schauspielhaus geschenkt bekam.

 

Foto von dem Buch Sugar Girls aufgeschlagen

 

Die gelernte Friseurin Isabell Busse hat mit ihrem Café Marshalls Mum eine zuckersüße Puppenstube gebastelt, die kunterbunte Cupcakes, viel Pastell und noch mehr Shabby Chic und Liebe beherbergt. Doch der Traum vom eigenen Café war nicht leicht in die Realität umzusetzen. Die Idee entstand bereits 2012 in New York, als Isabell mit ihrer Freundin wie Carrie Bradshaw in der Magnolia Backery saß. So ein Café fehlte Leipzig. Doch als Jungunternehmerin bekam Isabell von der Bank kein Geld. Erst durch einen Privatkredit konnte der Traum umgesetzt werden. Als Erstes strich sie die Wand Babyrosa. Nach und nach kam alles andere und wegen des kleinen Budgets baute ihr Freund den Tresen, die Sitzbank und die Eistruhe einfach selbst, das goldene Geschirr stammt von den Omis. Heute macht genau das Marshalls Mum aus – viel Liebe zum Detail. Der Pumpkin Spice Cupcake gehört definitiv zu den Dingen, die man hier einmal probiert haben sollte.

 

„Am schönsten finde ich es, wenn es regnet und die Lämpchen leuchten, alle drinnen sitzen und sich wohlfühlen. Die Leute sollen bei uns einfach runterkommen.“

 

Statement aus dem Buch Sugar Girls

 

Das Buch inspiriert, vergnügt, gibt tolle Einrichtungstipps, DIY-Ideen und macht nicht nur Lust auf einen frisch gebrühten Kaffee und ein riesengroßes Stück Kuchen, sondern lässt einen darüber nachdenken, ob er einem nicht selbst im Kopf rumschwirrt: der Traum vom eigenen Café.

Mit nützlichen Tipps zum Thema Existenzgründung und einer kleinen Checkliste kann man überlegen, ob man den Schritt wagen möchte oder nicht. Und wer noch zögert, probiert sich erst einmal an den leckeren Rezepten, die die Café-Besitzerinnen in dem Buch teilen. Bon Appétit!!

 

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