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Guido Maria Kretschmer

Februar 4, 2018 | 0

Aurelija

Wenn es um Stilfragen und Trendprognosen geht, lauschen wir wohl keiner Person aus dem Design-Kosmos lieber als Guido Maria Kretschmer. Wir haben ihn auf der Internationalen Einrichtungsmesse in Köln getroffen und es uns selbstverständlich nicht nehmen lassen, ihn zu fragen, welches seine persönlichen Interior-Lieblinge sind, was er macht, um Daheim zu entspannen und wie es eigentlich bei ihm zu Hause aussieht. Das exklusive Interview und Video findet Ihr hier.

 

Auf dem sonst so trubeligen Messegelände ist der OTTO Tour-Bus wahrlich eine Ruhe-Oase und das liegt nicht nur an den harmonisch ausgerichteten Möbeln aus der GMK x OTTO Living-Kollektion. Unzählige Male sind wir dem Designer und Meister des gewitzten Wortes bisher auf virtuellem Wege begegnet, bis es auf der imm cologne endlich hieß: eine Couch, Guido und wir.

Im Video erfahrt Ihr alles über Guidos Wohnwelt und könnt sogar noch etwas gewinnen. Also schnell bis zum Ende schauen und ein tolles Geschenk zu Euch nach Hause mitnehmen!

Fragen an Guido Maria Kretschmer

Wir kennen dich ja alle aus dem Fashionbereich. Wie bist Du von der Mode zum Möbel-Design gekommen?

 

Ich glaube, ich habe schon immer auch Interior gemacht. Denn auch während meines Studiums in Barcelona gab es stets beides. Wenn Designer erfolgreich sind, machen sie häufig sowohl Mode als auch Möbel, denn auch diese sind Teil unseres Berufs und stehen gleichermaßen für den Ausdruck von Zeitgeist. Man darf diese zwei Bereiche eigentlich nicht voneinander trennen, denn Interior ist auch Mode. Ich sage immer, das eine ist die Haut der Seele und das andere eben das, worauf ich sitze, was aber wiederum auch mit Styling und Gefühl einhergeht. Aus diesem Grund habe ich mich auch entschieden, gemeinsam mit OTTO die Living & Home Kollektion herauszubringen.

 

GMK im Interview
Wie ist es denn für Dich mit einem Traditionsunternehmen wie OTTO zusammenzuarbeiten?  

 

Es ist perfekt. Auch weil mir OTTO sehr ähnlich ist. Ich bin ja mit meinem Unternehmen auch noch eher von der alten Schule und gerade Werte, wie beispielsweise nachhaltige Produktion, sind mir sehr wichtig. Die Zusammenarbeit kam genau im richtigen Moment zustande. Denn durch die Kooperation habe ich die Möglichkeit, dem Markt wirklich gerecht zu werden und gleichzeitig in OTTO einen Partner gefunden zu haben, bei dem ich mich zu Hause fühle.

Unterscheidet sich Dein Fashion-Stil zu Deinem Interior-Geschmack?

 

Eigentlich gar nicht so viel würde ich sagen. Ich finde es wichtig, dass man bei Möbeln Klassiker schafft, bei denen sich auch die Stoffe gut anfühlen und entsprechend verarbeitet sind. Jeder, der sich etwas Neues kauft, hat auch das Recht darauf, etwas zu bekommen, dass lange bleibt und wenn es gut läuft, sogar mit einem alt wird. Natürlich ist es zum einen schön, wenn die Leute konsumieren, aber jedes Teil braucht auch seinen Raum. Ich finde, das beantwortet die Frage schon fast, nämlich, dass Mode und Interior schlichtweg für Menschen gemacht sein müssen. Das Wichtigste ist, dass man gut darauf sitzen kann, es gut passt oder sich gut anfühlt. Alles andere würde ich auch gar nicht durch die Kontrolle gehen lassen.

 

„Eleganz ist der letzte Luxus unserer Tage“

 

Was ist denn Dein liebstes Piece bei Dir zu Hause?

 

Ich habe ja das Glück, mehrere “Zuhause” zu haben. Das wichtigste Piece sind aber meine Teppiche. In meinem Esszimmer auf dem Land habe ich gerade ein schwarz-weißes Modell namens „Amsterdam„, aus meiner Kollektion, ausgelegt und ich liebe ihn so sehr. Besonders in Kombination mit meinen Kolonialmöbeln ist er im Moment mein absolutes Highlight. Den Teppich habe ich auch an Weihnachten an Freunde verschenkt, weil sie ihn auch alle so lieben. Aber auch mein Porzellan, mein goldenes Besteck, meinen Pouf oder auch die petrolfarbene Couch mag ich derzeit sehr.

 

 

Petrol haben wir hier auf der Messe auch überall gesehen…

 

Ja das ist auf jeden Fall ein riesen Thema. Grüntöne sind toll, weil sie aus der Natur kommen und Naturfarben das Schönste sind. Gerade wenn sich blau und grün mischen hat das Ganze etwas von einem See und die Farbe lässt sich toll kombinieren.  

 

Wenn Du einen stressigen Tag hattest, was machst Du zu Hause um Dich wohlzufühlen?

 

Etwas Entspanntes. Ich habe ja zum einen meine Hunde, andererseits zünde ich mir auch gerne Kerzen oder den Kamin an. Auch nehme ich gerne ein Bad. Ansonsten bin ich aber eigentlich relativ bescheiden würde ich sagen, nur beim Wohnen da habe ich es gerne schön, weil mein Zuhause auch meine Welt ist.  

 

Hast du einen Tipp für unsere Leser, wie sie ihr Zuhause mit wenig Aufwand gemütlich machen können?

 

Ich glaube, wichtig beim Einrichten ist, dass du wissen musst, was dich zu Hause erwarten soll. Hast du vielleicht einen stressigen Job und träumst von Kuscheligkeit, dann muss es auch so sein! Du musst die Farben, Artikel und Bilder wählen, die zu dir gehören. Ich würde auch in kleineren Räumen immer aufpassen, dass man die Farben richtig wählt und schaut, wo das Licht reinkommt. Beleuchtung ist wirklich unerlässlich. Man kann Räume durch mehrere Lichter so großartig inszenieren. Auch bin ich ein totaler Fan von Textilien im Raum, weil Kissen, Gardinen und Teppiche sofort Behaglichkeit schaffen. Die Einrichtung muss auch nicht immer sofort perfekt sein, denn sie ist auch ein Spiegel unserer Seele und Spiegel unserer Erinnerung.

 

Shop the Look von Guido Maria Kretschmer:

Hast Du einen besonderen Vintage-Schatz zu Hause?

Ja auf jeden Fall. Tatsächlich habe ich ganz viele. Beispielsweise wunderschöne Art Deco Möbel, einen wunderschönen Kugelschrank von Eileen Gray, den ich mal mit 21 in England auf einem Markt gekauft habe oder eine Biedermeier Kommode aus Kirschholz, die meine Eltern mir mal geschenkt haben. Ich habe also ganz viele Dinge, an denen ich hänge.  

 

Was sind Deine Trendprognosen für 2018/19?

Auf jeden Fall bleiben in dieser Saison viele Dinge, die schon da sind, was wiederum mit Reduziertheit und dem schlichten skandinavischen Design zu tun. Nichttöne wie Grau und Weiß bleiben aktuell sowie starke Kontraste, wie Petrol und Safran. Ansonsten farbintensive Lilatöne und Grün in allen Schattierungen, aber auch Metall-Bronze- und Eisentöne. Auch Holz kommt in seinen Strukturen wieder. Nicht nur geschwärzte Äsche, sondern Eiche, Buche und Erlenmöbel. Besonders in Verbindung mit Metall finde ich das eine sehr schöne Kombination.

Generell geht es auch wieder mehr weg von orientalischen Elementen, hin zum Nordic Style. Das finde ich persönlich eine sehr schöne Entwicklung. Ebenso bleibt auch der sogenannte Industrial-Stil, der von vielen ja auch so geliebt wird. Mit diesem lässt sich auch aus einer kleinen Wohnung ein Loft machen, man muss es nur gut machen.

 

Mit was überraschst Du uns in der nächsten Zeit noch?

Mein Buch ist jetzt fertig, mein erster großer Roman nach meinen Sachbüchern. Gerade gestern habe ich dafür das Hörbuch eingesprochen. “Das rote Kleid” heißt er und erscheint am 12. März. Ansonsten habe ich ja immer viele Baustellen, aber am meisten freue ich mich eigentlich darüber, dass die Sachen erfolgreich sind. Das ist eine schöne Bestätigung und Ansporn zugleich.  

 

Guido Maria Kretschmer x otto

 

Vielen lieben Dank für das sehr inspirierende Interview, lieber Guido.

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