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Sebastian Herkner

Mai 13, 2018 | 0

Aglaia

Sebastian Herkner designt Möbel, die traditionelles Handwerk, kontrastreiche Farben und Materialien sowie futuristische Moderne und Retro-Elemente vereinen. Im Interview verrät uns der Designer seine ganz persönlichen Einrichtungs-Tipps.

 

Ich hab Sebastian Herkner im stilwerk in Hamburg getroffen. Nicht nur der neue Flasgshipstore von Wittmann war ein Highlight. Auch hat Sebastian mir einige Fragen beantwortet.

Fragen an Sebastian Herkner

Authentizität ist wichtig. Denkst Du, dass man sich mit seiner Einrichtung auch verkleiden kann?

 

Ich glaube, dass kann man in der Einrichtung genauso, wie in der Mode. Wenn man nur Status und Labels kauft und nicht authentisch rüberkommt, kann natürlich auch die Einrichtung wie eine Verkleidung wirken. Es ist also wichtig, seinen eigenen Stil zu entwickeln. Kauft man strikt nur Labels, bringt einem das vielleicht Respekt ein. Ein eigener Stil ist jedoch etwas Tolles, was auch von anderen Menschen gesehen und geschätzt wird. Deshalb finde ich, sollte man ruhig auch unbekannte Designs kaufen. Dazu braucht man natürlich Mut.

 

Sessel mit Lederbezug vor einer gemusterten Dekowand.

Du hast es eben angesprochen. Wie kann man denn seine Einrichtung mutiger gestalten? In der Mode ist es ja häufig leichter, gewagte Dinge einfach auszuprobieren.

 

Der Stoff, die Materialien und die Farben sind ganz tolle Werkzeuge und Mittel, um etwas besonders zu machen. Bei Wittmann sieht man das beispielsweise ganz schön bei den Samtstühlen. Diese gibt es auch in verschiedenen Farben, was wiederum spannende Akzente setzt. Farben unterstreichen auch bei Möbeln bestimmte Charaktere und Persönlichkeiten. Das ist wichtig für uns selbst und für das Wohngefühl.

 

Gerade heutzutage, in politisch unsicheren Zeiten oder Zeiten gesellschaftlicher Veränderungen, wird das Zuhause ein immer wichtigerer Ort. Wir richten uns wohnlicher ein, mit hoher Qualität und viel Lebensfreude. Neben den Farben spielen auch verschiedene Oberflächen eine wichtige Rolle, wie Holz, Leder, Stoff, Glas und Messing. Diese Materialien bieten eine gewisse Echtheit sowie eine besondere Haptik. Auf diese Weise holen wir uns mit griffigen Materialien die Natürlichkeit wieder nach Hause. 

 

Grünes Samtsofa mit einem Couchtisch aus Marmor und einem Stuhl mit Samt- und Lederbezug von Wittmann.

Wie hat sich Dein Stil entwickelt? Oder wusstest Du schon immer, für was Du als Designer stehst?

 

Das Wichtige als Designer ist, dass Du eine gewisse Haltung hast. Ich habe 2007 angefangen und wusste, dass ich mit echten Materialien arbeiten möchte. Auch wenn beispielsweise Glas und Messing noch gar nicht so im Vormarsch waren und im Design genutzt wurden. 2009 habe ich den Bell Table entworfen, auch wenn das zu dieser Zeit noch gar kein Trend war, war es für mich wichtig, mit der Echtheit dieser Materialien zu arbeiten. Die Handwerker zu beobachten und gemeinsam mit Ihnen das Design weiterzuentwickeln.

 

Auch heute noch betrachte ich die Möbel unter diesen Parametern. Also Material, Farbe und Handwerk. Meist leitet mich dann mein Instinkt, mit dem richtigen Partner zur richtigen Zeit für ein neues Produkt zusammenzuarbeiten.

 

Sofaecke im Showroom von Wittmann mit einem roten Ledersofa und einem Couchtisch mit Marmorplatte.

Was sind Deine Tipps für gekonnte Stilbrüche in der Einrichtung?

 

Ich weiß nicht, ob es bei der Einrichtung immer feste Regeln gibt. Ich denke, dass muss jeder für sich selbst entscheiden. Bei Stilbrüchen finde ich es jedoch wichtig, nicht alles von einem Label, einer Marke zu haben oder beispielsweise alles nur in weiß einzurichten. Man sollte bewusst verschiedene Marken mit persönlichen Souvenirs kombinieren. Diese erzählen auch immer eine schöne Geschichte.

 

Couchtisch mit Marmorplatte und Deko-Vasen darauf.

 

Wie entwickelst Du Raumkonzepte? Hast Du da eine bestimmte Vorgehensweise?

 

Auf jeden Fall. Bei den Räumen kommt es ganz darauf an, wer später der Nutzer sein wird. Man muss sich fragen, ob es ein öffentlicher oder ein halb öffentlicher Raum werden wird, ein Restaurant oder Showroom zum Beispiel, oder soll es vielleicht ein privater Raum werden? Ich muss mich außerdem sehr stark mit den Menschen auseinandersetzen, die den Raum dann später nutzen möchten.

 

Dabei ist die Gestaltung im privaten Rahmen wesentlich anspruchsvoller, als die eines öffentlichen Raums. Denn die Person oder die Familie darf sich nicht wie ein Fremdkörper vorkommen und muss sich in der Gestaltung wiederfinden. Es bringt nichts, wenn ich etwas entwerfe und sage: “Das ist ein Sebastian Herkner Design” und der Kunde oder der Bewohner sich damit nicht identifizieren kann. Es ist wirklich wichtig, die Personen zu verstehen und intensiv mit ihnen zusammenzuarbeiten.

 

Vielen lieben Dank für das sehr inspirierende Interview, lieber Sebastian.

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